Spanien ist ein vielschichtiges Land, geprägt von Gegensätzen in den unterschiedlichsten Bereichen – mental, politisch, klimatisch. Bleiben wir hier beim Klima: Es gibt auf der iberischen Halbinsel drei Klimazonen. Im grünen Norden, begrenzt durch den Gebirgszug der Pyrenäen und den Atlantik, fällt eine hohe Niederschlagsmenge. Heiße Sommer und kalte Winter formen hier besondere Weine, u.a. den weltbekannten Rioja. Trockenes Festlandklima mit sehr heißen Sommern und sehr kalten Wintern geben den Weinen in Zentralspanien ihren typischen Charakter. Die Weine aus den südlichen Regionen wiederum tragen unverkennbar den mediterranen Geschmack. Spaniens Weine spiegeln die ganze Vielfalt dieses Landes wider.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es einen großen Einschnitt im spanischen Weinanbau, als über die Hälfte der Rebflächen der Reblaus zum Opfer fiel. Die Reblaus hatte nicht nur hier, sondern auch im benachbarten Frankreich große Teile der Reben zerstört. Als Folge dieser Plage wanderten im Laufe der Zeit viele französische Winzer aus nach Spanien und veränderten dort den neuen Weinbau nachhaltig. Noch heute prägt die französische Kellertechnik unverkennbar den spanischen Weinbau.
In der Weinproduktion liegt Spanien heute mit Italien und Frankreich weltweit an der Spitze. Über 600 Rebsorten werden hier kultiviert. TEMPRANILLO, GRENACHE NOIR und BOBAL zählen zu den wichtigsten roten Rebsorten, während AIREN an der Spitze der weißen spanischen Rebsorten liegt.
Insgesamt bietet Spanien eine atemberaubende Auswahl an Weinen – individuell äußerst unterschiedlich reflektieren sie alle den Charakter dieses vielseitigen Landes, des jeweiligen Anbaugebietes und des Winzers. Es lohnt, mit einigen Regionen vertraut zu werden, um die Möglichkeit zu öffnen, sich für einige schöne Momente Spanien ins Wohnzimmer zu holen.