DER WEINBAU
Lanzarote ist eine Insel von vulkanischem Ursprung. Trotz ihrer geographischen Breite herrscht auf der Insel dank der feuchten Passatwinde, die ständig aus Nord-Ost wehen, ein sanftes und mildes Klima. Lanzarote genießt außerdem viele Sonnenstunden und geringe Niederschläge.
TUFF, FEUCHTIGKEITSRESERVE
Die einzigartige Landschaft von La Geria im Zentrum der Insel Lanzarote ist das Ergebnis bedeutender Vulkanausbrüche. Die Auswirkungen waren für die gesamte Insel, insbesondere für La Geria katastrophal, doch die Inselbewohner entdeckten schnell die Vorteile von Asche und Vulkansand, die den fruchtbaren Boden bedeckten.
Sie stellten fest, dass bestimmte Pflanzen, wie Reben, sogar besser auf den mit Vulkansand bedeckten Böden wachsen, da die Ascheschicht die Luftfeuchtigkeit speichert und deren Verdunstung verhindert. Für ein Gebiet mit sehr geringen Niederschlägen ist diese Besonderheit sehr wichtig.
Der Weinbau - vor dem Vulkanausbruch unbedeutend - dehnte sich schnell aus und schuf eine sonderbare Landschaft, auf der sich grüne Reben auf schwarzen Lapillis ausbreiten. La Geria hat sich in ein einzigartiges Landwirtschaftsgebiet von ausgesprochener Schönheit verwandelt. Die Tradition des Weinbaus hat sich seitdem konsolidiert und ist unverändert geblieben. Seit 1994 ist La Geria Naturschutzgebiet.
GRUBEN UND MAUERN: ARCHITEKTUR FÜR DIE REBE
Die Tuffschicht kann zwischen 1 bis 3 Meter und an manchen Stellen sogar bis zu 10 Meter dick sein.
Der Winzer gräbt eine kraterförmige Grube mit ca. 4 m Durchmesser, damit die Wurzeln der Pflanzen den fruchtbaren Boden erreichen können. Traditionsgemäß wurden die Gruben mit einem Kamel, das im Kreis ging und eine Schaufel hinter sich zog, gegraben.
Die im Grubeninnern befindliche Pflanze wächst extensiv und in Bodennähe, wodurch sie vor den andauernden Passatwinden geschützt ist.
Um den Schutz der Pflanze vor dem Wind zu erhöhen, wird eine halbkreisförmige Mauer aus angehäuften Vulkansteinen Richtung Nord-Osten, woher die Passatwinde kommen, errichtet.
DIE REBE: PFLANZE OHNE REBLAUS
Lanzarote sowie die gesamte kanarische Inselgruppe blieben Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund ihrer Inseleigenschaft von der Reblausseuche, die ganz Europa befiel, verschont.
Das bedeutet, dass diese Reben wurzelecht sind: Sie werden auf eigenen Wurzeln angebaut, ohne dass auf amerikanische Pfropfreben, die als einzige reblausbeständig sind, zurückgegriffen werden muss.
Aus diesem Grund sind die Reben auf Lanzarote langlebiger und reiner, was ihre önologischen Eigenschaften verbessert. In La Geria werden alle Arbeiten per Hand ausgeführt.
DIE WEINLESE: DER LOHN FÜR DIE ANSTRENGUNG
Die Weinlese ist eine der wichtigsten Tätigkeiten, da nicht nur die Früchte der Rebe, sondern auch die Anstrengungen eines ganzen Jahres geerntet werden.
Diese Tätigkeit erfolgt mit höchster Vorsicht, damit die Trauben im besten Zustand in die Kellerei gelangen. Der Winzer wartet bis die Trauben ihre optimale Reife erreicht haben, um den besten Wein daraus zu erhalten. Aus diesem Grund dauert die Weinlese lange: Sie beginnt normalerweise Mitte Juli und endet erst gegen Mitte September. Die Rebsorten müssen getrennt gelesen werden, da der Reifeprozess jeder Sorte unterschiedlich ist.
Zur Herstellung von Süßweinen, für die die Insel berühmt ist, lässt man die geschnittenen Trauben in der Sonne zu Rosinen trocknen, um den Zuckergehalt der Traube zu erhöhen.
DAS ANBAULAND
Das Anbauland in La Geria hat einen besonderen Aufbau und besteht grundsätzlich aus ortsfremder Materie – aus Meeressand, vom Wind ins Landesinnere getrieben. Dieser Sand ist eine Zusammensetzung aus zermahlenen Weichtierschalen, mikroskopisch kleinem Meeresgetier, Seeigelstacheln, feinen Quarzkörnern, alles komprimiert zu kalkhaltigem, rötlichen Tonstaub und herübergeweht vom Wind aus Afrika. Dank der Niederschläge gedieh dann darüber die Vegetation.
