Das Wort Chianti stammt vom etruskischem Wort Clante ab, was soviel bedeutet wie die Stimme des Waldes; und gerade nachts, wenn alles schläft, wenn die Traktoren nicht fahren, wenn die Stimmen der Bauern und Erntehelfer nicht rufen, gerade dann kann man sie genau hören....Die Stimme des Waldes!
Die Zikaden, das Rauschen des Windes, das Rasseln der Blätter, Wildschweine und Wölfe und das Ganze mit einem Pegel stärker als ein Teatro Massimo... erst dann, wenn man dieses Orchestra einmal gehört hat, erst dann versteht man die Kraft und Intensität dieser Natur....
...und genau aus dieser Natur, die manchmal karg und hart ist und manchmal weich, sanft und elegant, kann man die Sangiovese-Rebe (Sangue di Giove= Blut Jupiters) wachsen sehen.
Das Chianti lieg im Herzen der Toskana und sein Wein gehört mit der Sangiovese-Traube zu den Säulen des italienischen Weines.
Die dunkelrote Traube gibt seinem Weinen eine starke Säure und tanninhaltige Struktur mit und erzeugt Weine die auch für längere Lagerung sehr gut geeignet sind.
Chianti Weine beinhalten einen Mindestanteil Sangiovese von 80% und dürfen darüber hinaus nur zugelassene Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah oder Canaiolo Nero enthalten.
Chianti Classico ist eine eigene DOCG Zone und gilt als die beste und ursprünglichste. Zahlreiche Hügellagen mit trockenen und warmen Böden, die auch bei Regen nicht zu feucht werden, bieten optimale Bedingungen. Typische Chianti Böden bestehen aus lockerem Kalkmergel und verwittertem Sandstein.
Der Gallo Nero, zu Deutsch Schwarzer Hahn, ist das historische Symbol eines Militärbundes des 14. Jahrhunderts. Heute dient er als Wahrzeichen des Chianti und schmückt die Flaschenhälse der Classico Weine
Die Feudalherren des Chianti-Bundes besaßen dort schon im 13. Jahrhundert Weinberge. Über die Entstehung der alten Grenzen gibt es folgende schöne Legende aus jener Zeit: Die verfeindeten Bürger der beiden Stadtstaaten Siena und Florenz wollten ihre ewigen Grenz-Streitigkeiten beenden und durch einen Wettkampf ihre Einflussbereiche festlegen. Beim ersten Hahnenschrei sollten zwei Reiter – einer von Siena, einer von Florenz – aufbrechen. Wo sie aufeinander treffen würden, sollte die endgültige Grenze sein. Die Sienesen besaßen einen weißen Hahn, den sie so sehr fütterten, dass er fett und faul wurde und lange schlief. Die Florentiner hingegen hatten einen schwarzen Hahn, den sie hungern ließen, sodass dieser sehr früh zu krähen begann. Deshalb konnte ihr Reiter viel früher starten und traf 15 Kilometer vor Siena beim Ort Fonterutoli auf seinen Gegner. Damit erhielt Florenz einen großen Teil des Chianti-Gebietes. Das heutige Wahrzeichen von Chianti-Classico ist der Gallo Nero (schwarzer Hahn) und erinnert an diese, vielleicht nicht ganz wahrheitsgetreue, aber schöne Geschichte